Rund 550.000 Euro wird Kosel in den Teilausbau der Straße Haarmoor investieren. Der Bau- und Umweltausschuss unter Leitung von Ina Möbius (Grüne) empfahl einstimmig diese von insgesamt drei Varianten. Nur eine Deckenerneuerung vorzunehmen, bei der die Kosten nach grober Schätzung des Büros Urban bei rund 270.000 Euro lägen, wurde schnell verworfen.

Arne Saggau vom Büro Urban stellte die Varianten vor und machte kein Hehl daraus, dass nur eine Deckenerneuerung die Gemeinde nicht glücklich machen würde. Beim Teilausbau hingegen würde der Untergrund angefasst und auch die Borde und Gehwege erneuert. Der Vollausbau, der laut Schätzung rund 700.000 Euro kosten würde, sei natürlich die umfassendste Ausführung, die aber auf Grund des guten Untergrundes der Straße nicht nötig sei. Details zur 470 Meter langen Straße, ob die Fahrbahn gepflastert wird, welche Farben das Pflaster von Straße und Gehweg bekommt, ob und wie die Randbereiche der Fahrbahn gestaltet werden, ob ein Saumstreifen mit Parkplätzen ausgebildet wird und weitere Fragen der Fahrbahnbreiten, will der Ausschuss bei einer Begehung und einer weiteren Beratung festlegen.

Keine Abstimmung gab es zum Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zur „Pestizidfreien Gemeinde“. So warb Dr. Christiane Knabe für den Antrag ihrer Fraktion, um damit öffentlich zu machen, dass in Kosel auf gemeindeeigenen Flächen, auch verpachteten und bei der Straßenreinigung, keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Es wäre ein kleiner Schritt mit großer Wirkung, so Knabe.

Verwundert über den Wunsch, etwas in einer Ortssatzung (Straßenreinigungssatzung) festzuschreiben, was bereits praktiziert werde und schon Gültigkeit habe, waren Tobias Hansen und Hans-Joachim Heide (beide CDU). Das sei doch doppelt und unnötig, so Heide. Man brauche doch nicht etwas mit einer neuen Satzung festzuschreiben, was bereits rechtlich abgesichert sei, so sein Argument. Tobias Hansen empfand die Bezeichnung „Pestizid“ als viel zu ungenau, so gäbe es eine Vielzahl von Wirkstoffen, unter anderem auch zur jährlichen Rattenbekämpfung. Man könne doch jetzt schon sagen, dass Pestizide nicht zum Einsatz kämen. Er schlug eine Vertagung oder Zurückstellung vor. Bürgermeister Hartmut Keinberger ergänzte, dass bereits jetzt der Gemeindearbeiter auf Weisung der Gemeinde keine Pflanzenschutzmittel einsetze.

Nicht abstimmen zu wollen über den Antrag empfand Christiane Knabe als „skandalös“. Obwohl es durch den Beschluss im Handeln zu keiner Änderung kommen würde, und die Gemeinde sich einfach nur öffentlich dazu bekannt und verpflichtet hätte, bedauerte sie, dass CDU und Freie Wähler ihre beantragte Abstimmung mit Mehrheit ablehnten.

Es wäre ein Signal, eine öffentliche Position, mit der Kosel in der Region Vorbild sein könnte, ergänzte Ina Möbius. Angesichts des massiven Artenrückgangs und der Bedrohung von Arten hätten sich die Grünen hier mehr Mut zum Umdenken gewünscht, so Knabe.

290 | 184 Wolfgang Dreesen
Letzte Aktualisierung: 07.05.2019

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08.05.2019 | Dirk Steinmetz | Eckernförder Zeitung, shz.de
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